Die Spritlüge

Autobauer betrügen beim Spritverbrauch

Verbraucht auch Ihr Auto mehr Kraftstoff, als der Hersteller versprochen hat? Da geht es Ihnen nicht allein so: Die offiziellen Angaben der Hersteller haben immer weniger mit dem realen Verbrauch zu tun. Diese dreiste Verbrauchertäuschung schadet dem Klima und bedeutet hohe versteckte Kosten für die Kunden.

Autos verbrauchen durchschnittlich über 40 Prozent mehr als der Hersteller verspricht – zu Lasten von Verbraucher und Umwelt.© Steffen Holzmann

Das Prinzip dahinter ist ganz einfach: In Deutschland bedeutet ein geringer Verbrauch auch eine geringere Kfz-Steuer. Für den Kunden ist ein sparsames Auto also gleich doppelt attraktiv, weil er bei der Steuer und an der Tankstelle sparen kann. Nur leider übernehmen bei uns die Behörden ungeprüft die Verbrauchszahlen, die ihnen die Autobauer nennen. Das wissen natürlich auch die Hersteller und „optimieren“ schamlos ihre Verbrauchsangaben. Das führt zu Abweichungen zwischen Herstellerangaben und realem Spritverbrauch von durchschnittlich mehr als 40 Prozent – und dies obwohl der Bundesgerichtshof in einem Grundsatzurteil maximal 10 Prozent akzeptiert.

Die Autohersteller verschaffen sich mit diesen geschönten Angaben enorme Wettbewerbsvorteile:

  • Je niedriger die offiziellen Angaben zum Kraftstoffverbrauch bzw. CO2-Ausstoß sind, desto einfacher erreicht der Autobauer seinen EU-Flottengrenzwert für CO2.
  • Ein niedriger Wert macht ein Auto attraktiver für Kunden, da die Höhe der Kfz-Steuer immer auch nach den CO2-Angaben berechnet wird.
  • Nicht zuletzt erscheint das entsprechende Fahrzeug für den Käufer als kostengünstig im Betrieb durch niedrigen Spritverbrauch.

    Kunde und Staat zahlen drauf

    Das angeblich so sparsame Auto ist also unter Umständen nicht nur in Sachen Klimaschutz eine Mogelpackung, sondern sorgt auch für Frust an der Zapfsäule und Ebbe im Geldbeutel. Das Verkehrsministerium könnte diesem Treiben Einhalt gebieten, weigert sich aber bisher – und nimmt damit hin, dass dem Staat Steuereinnahmen in Milliardenhöhe entgehen. Geld, das wiederum sinnvoll für Klimaschutzmaßnahmen und die Verbesserung der Luftqualität eingesetzt werden könnte. Doppelt ärgerlich: Für den Verbraucher rechnet sich in der Regel die Steuerersparnis nicht gegen die höheren Kosten beim Tanken.

    Die Bundesregierung muss selbst kontrollieren

    Wir fordern seit mehreren Jahren die Bundesregierung auf, die Angaben der Hersteller zu überprüfen und sie bei Verstößen zu korrigieren. Für Nachmessungen müssen Serienfahrzeuge aus dem Bestand genommen werden, um die illegalen Praktiken der Autoindustrie zu unterbinden. Dadurch, dass keine amtlichen Nachkontrollen stattfinden, konnte die Automobilindustrie in den letzten Jahren ungehindert ihre Manipulationen der Spritverbrauchswerte ausweiten.

    Get Real – Für ehrliche Spritangaben!

    Die Abweichung zwischen offiziellen Angaben und dem realen Verbrauch auf der Straße wird immer größer. Ohne regulierende Maßnahmen wird sich diese Lücke weiter vergrößern. Autofahrer werden massiv getäuscht und das Klima wird mit deutlich mehr CO2-Emissionen geschädigt, als offiziell angenommen.  
    Die DUH hat die europäische Kampagne "Get Real – Für ehrliche Spritangaben" gestartet. Gemeinsam mit Transport & Environment (T&E) informieren wir über die Lücke zwischen realem Kraftstoffverbrauch und offiziellen Herstellerangaben bei Pkw. Wir setzen uns dafür ein, dass die Angaben der Hersteller wieder der Realität entsprechen und die seit Jahren anhaltende Verbrauchertäuschung gestoppt wird. Die klimaschädlichen Emissionen müssen real gesenkt werden, nicht nur auf dem Papier.

    Weitere Informationen zum Thema und zu unserer Kampagne finden Sie unter: www.get-real.org

    E-Mail Aktion für ehrliche Spritangaben

    Aktion für ehrliche Spritangaben

    Schluss mit Klimakillern und Verbrauchertäuschung!

    Jetzt Protestmail schreiben!

    Gefördert von:

    Das Projekt Get Real – Für ehrliche Spritangaben! (LIFE15 GIC/DE/029 Close the gap) wird im Rahmen des LIFE-Programms von der EU-Kommission gefördert.

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